Geistliches Wort

Ich bin der gute Hirte

So würden es Markus Söder und Armin Laschet nicht sagen.

Aber dass sie geeignet sind, das Amt des Bundeskanzlers zu übernehmen, schon. „Ich bin der richtige Mann“! Das ist Glaubenssache. Wie viele das glauben, wird sich bei den Wahlen im September zeigen.

Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte.“ Zu Jesu Lebzeiten ein gängiges Bild. Der Hirte mit den Schafen ist in der Gegenwart viel seltener anzutreffen. Das Bild selbst löst bei mir zwiespältige Gefühle aus. Einerseits ist das ein idyllisches Bild aus vergangenen Zeiten. Andererseits, wer will schon Schaf sein? Vielleicht gar ein dummes! Legen doch viele in unserer Zeit, in unserer Gesellschaft höchsten Wert auf Selbstbestimmung.

„Meine Schafe hören meine Stimme.“ Der Ton dieser Stimme will das Beste im Menschen ansprechen. Liebe und Mitgefühl. Eigenschaften, die  im Alltag  allzu oft nicht zum Zuge kommen. Aber die wesentlich für den inneren Zusammenhalt einer Gesellschaft sind. „Ich kenne sie und sie folgen mir.“ Wer will schon von anderen bis ins Innerste erkannt sein? Das macht angreifbar. Aber wenn der andere es doch mit mir gut meint, meine Schwächen nicht zum eigenen Vorteil ausnutzt? Das ist eine Sehnsucht des menschlichen Herzens. „Und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Glaubenssache. Aber ich habe die Wahl.

Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ (Evangelium des Johannes 10,11.27-28)

Ich wünsche ihnen eine gute Wahl. Die Möglichkeit dazu gibt es an jedem Tag und nicht nur aller paar Jahre.

Rico Riese, Pfarrer Ev..-Luth. Kirchgemeinde Oschatzer Land – Wermsdorf