Geistliches Wort

Kommt lasst uns feiern: 100 Jahre Bistum Dresden Meißen

Am Sonntag, den 20. 6. 2021 feiert unser katholisches Bistum den einhundertsten Jahrestag der Wiedererrichtung. In der Reformationszeit hatte Bischof Johann VIII. von Haugwitz am 20.10.1581 auf das Bistum verzichtet, nachdem er zuvor evangelisch geworden war und seine Nichte heiratete. Damit hörte das Bistum Meißen auf zu bestehen. Katholisch blieben das Domkapitel in Bautzen und zwei Zisterzienserinnen Klöster, Marienstern in Panschwitz – Kuckau in der Oberlausitz und Kloster Mariental an der Neiße bei Ostritz und einige zu ihnen gehörige Dörfer. Katholische Gottesdienste in allen anderen Gebieten Sachsens waren nicht mehr möglich.

Aber Veränderungen gibt es immer wieder. Als im Jahr 1696 der polnische König Johann III. starb wollte sich August der Starke zum König wählen lassen. Aber Polen war katholisch und er hatte die falsche Konfession. Daher trat August 1697 in Baden bei Wien bei seinem Onkel zum katholischen Glauben über. Seine Familie und das Land blieben evangelisch.  Der Kurfürst garantiert seinen Untertanen, dass sie ihren Glauben behalten dürfen, während seine Konfession nur „Personalwerk“ sei. Der Übertritt Augusts brachte für Dresden auch positive Impulse. So kamen wegen des neuen Königs viele betuchte Polen an den sächsischen Hof, und die Wirtschaft blühte auf. Auch zahlreiche Künstler fanden den Weg an die Elbe. Um seinen neuen Glauben angemessen ausüben zu können, benötigte der König in Dresden ein repräsentatives Gotteshaus. Deswegen ließ der Sohn Augusts des Starken, Friedrich August II., von 1739 bis 1751 die Dresdner Hofkirche errichten.

Im napoleonischen Krieg 1806 im Frieden von Posen wurde die bürgerliche Gleichstellung der Katholiken in ganz Sachsen formal festgeschrieben. Nun war es möglich, dass zugezogene katholische Christen sich zum Gottesdienst versammeln und Gemeinden gründen konnten. Zentren waren jetzt Dresden mit dem Königshof und die Sorbische Lausitz um Bautzen. Das Ganze brauchte eine Struktur. Erst nach den politischen Umwälzungen 1918/19 infolge des Ersten Weltkriegs und der Abdankung des letzten sächsischen Königs Friedrich August III. waren nicht nur die Voraussetzungen, sondern auch die dringende Notwendigkeit für eine Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse gegeben. So konnte 1921 das Bistum Meißen, in Erinnerung an das in der Reformation untergegangene mittelalterliche Bistum Meißen neu gegründet werden. Bischofsitz wurde Bautzen, weil dort mit dem Kollegiatskapitel St. Petri die nötige Infrastruktur für den Aufbau einer Bistumsverwaltung vorhanden war. Die Exemtion des Bistums Meißen, das heißt seine direkte Unterstellung unter den Papst, bedeutete die Fortführung des Status, den das Bistum bereits im späten Mittelalter hatte. Das Bistum Meißen umfasste Sachsen und das Fürstengebiet Reuß (Ostthüringen).

Nach dem zweiten Weltkrieg kamen viele Katholiken aus Schlesien, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien und dem Sudetengebiet nach Sachsen und fanden hier auch kirchlich eine Heimat. 1980 wurde der Bischofssitz nach Dresden verlegt und die Umbenennung in „Bistum Dresden-Meißen“ wurden realisiert. In vielen Städten konnten Kirchen wurden gebaut und Gemeinden entstanden neu. In kleineren Ortschaften waren wir auch oft bei unseren evangelischen Schwestern und Brüdern mit unseren Gottesdiensten zu Gast. Viele wurde gestaltet, Kindergärten gegründet, Schulen bebaut, Krankenhäuser errichtet und Altersheime gestaltet.

So dürfen wir am kommenden Sonntag dankbar zurückschauen und ein großes Fest feiern. Auch wenn Corona bedingt Vieles abgesagt werden musst, so können wir doch per Internett und Fernsehen im MDR beim Gottesdienst in der Kathedrale dabei sein.

Andreas Leuschner, Pfarrer Katholische Kirche „Don Bosco“ Leisnig