Geistliches Wort

Sorgt euch nicht!

Judith Krautkrämer
Pfarrerin Judith Krautkrämer

„Guten Morgen
Liebe Sorgen
Seid ihr auch schon alle da –
Habt ihr auch so gut geschlafen?
Na dann ist ja alles klar!“

Diesen locker-flockigen Refrain von Jürgen von der Lippe haben bestimmt noch einige im Ohr. Die ziemlich aufwühlenden Strophen sind dagegen vielleicht nicht so ganz im Kopf. Und jede und jeder könnte sicherlich eigene Strophen von den existenziellen Sorgen und kleineren Nöten dazu singen. Gerade in diesen Tagen wo so viele Unsicherheiten und Ängste den Blick auf den Winter trüben und manche Ihre Wut und Ihren Zorn auf die Straßen werfen.

Der Wochenspruch sagt den Glaubenden wohin die Sorge zu werfen ist: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1. Petrus 5,7)

Für Petrus steht Gott mit auf dem Spielfeld, damit jede und jeder die Sorge auf ihn werfen kann und soll. Gott ist das Ziel, um alle Wut und allen Zorn auszusprechen, die auch Glaubende in sich tragen. In den Klagepsalmen finden wir dazu viele aufwühlende Strophen, die das zum Ausdruck bringen. Aber sie zeigen uns auch, wenn der erste Zorn verraucht und das Ziel getroffen wurde, kann sich der Blick wieder klaren. Der Blick darauf, dass Gott nur unser Bestes will und uns mit allem Nötigen versorgt. Dass Genug für alle da ist, wenn wir nur miteinander teilen, uns gegenseitig helfen, ein offenes Ohr und Herz füreinander haben. Mit dem Blick der Dankbarkeit, der in diesen Tagen in den Erntedankgottesdiensten eingeübt wird, lassen sich vielleicht die kleineren Nöte mit dem locker-flockigen Refrain besser aushalten oder nicht mehr so riesig erscheinen. Die existentiellen Sorgen müssen gehört und wahrgenommen werden, aber auch dafür wird es Hilfe geben, wenn wir füreinander einstehen und uns in erster Linie an Gott wenden: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

Pfarrerin Judith Krautkrämer,

Kirchgemeinde Oschatzer Land