Geistliches Wort

Aller guten Dinge sind drei

Ich weiß nicht, welche Entstehungsgeschichte zu diesem geflügelten Wort geführt hat. Warum heißt es nicht: Aller guten Dinge sind vier oder sieben? An diesem Wochenende wird in den Gottesdiensten das Trinitatisfest begangen. Das Fest der Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit Gottes. Dabei handelt es sich um die theologische Überlegung, wie man sich das Verhältnis von Gott, von Jesus und dem Heiligen Geist vorstellen soll. Gar nicht so einfach. Geht es da um ein göttliches Wesen in drei Erscheinungsweisen? Wenn Jesus doch auch Gott ist, war er dann schon vor aller messbaren Zeit in und mit Gott? Und dann der Heilige Geist. Mancher Konfirmand denkt da zuerst an ein Gespenst. Jesus verheißt seinen Anhängern, dass nach seinem Tod der Paraklet, der Geist des Trostes zu ihnen kommt. Und am Anfang der Bibel kann man lesen, dass der Geist Gottes über den Urfluten zu Beginn der Schöpfung ruhte. Also irgendwie gehört gehören diese drei göttlichen Personen in einen ganz engen Zusammenhang. Manchmal helfen mir ganz praktische, bildhafte Vergleiche, um mir Trinität vorstellbarer zu machen.  Also die Sonne mit ihren Strahlen, die Wärme mit sich bringen, wie wir sie jetzt in den Maitagen auch genießen. Oder das Quellwasser, das zum Fluss anwächst und schließlich im Meer mündet. Oder die drei Aggregatszustände des Wassers: Wasserdampf, Wasser, gefrorenes Eis. Bis hin zum harmonischen Dreiklang in der Musik. Sicher sind das nur unvollkommene Bilder. Aber vielleicht hilft mir ja dieser Gedanke der göttlichen Trinität auch in den verschiedenen Phasen meines Glaubens. Da steht der Schöpfergott ganz im Zentrum, wenn die Natur wieder erwacht oder ein Kind geboren wird. Da freue ich mich an der Weisheit Jesu, der in seinen Gleichnissen so leicht verständlich die Welt erklärt. Da spüre ich in meiner Trauer, dass die Kraft des heiligen Geistes mich tröstet und mir neuen Lebensmut verleiht. Die Trinitatiszeit ist der längste Abschnitt im Kirchenjahr. In diesem Jahr geht sie bis Anfang November, also bis zum 23. Sonntag nach Trinitatis. Viel Zeit, um über Trinität nachzudenken. Oder über die drei guten Dinge, die uns widerfahren.

Thomas Alberti, Pfarrer in Taura
Pfarrer Thomas Alberti
Pfr. Thomas Alberti