Geistliches Wort

Singt!

„singt!“ – Doch ist uns das Singen über die Corona – Zeit vielleicht verloren gegangen? Haben wir es verlernt? Zeitweise war es ja sogar eher nicht empfohlen zu singen: zu gefährlich, zumindest im Sinn der Ansteckung. Das Singen war manchem vergangen.

In wieviel Familien wird mittlerweile überhaupt noch gesungen? Auch Chöre verschiedener Art kämpfen mitunter mit Nachwuchsproblemen, überhaupt singfähig zu bleiben. Auf Volksfesten oder zu Familienfeiern wird lieber mit Musik aus dem Lautsprecher beschallt als selbst zu singen.

Singen jedoch ist wichtig für die Seele des Menschen. Es berührt innerlich auf eine tiefe Art und Weise. Es bringt mich innerlich zum Schwingen und Wiegen. Wut, Angst und Aggressionen können sich lösen. Die Mutter singt die Kinder in den Schlaf oder singt ihnen zur Beruhigung, wenn sie Angst haben. Brauchen wir das nicht ein Leben lang? Wäre die Welt eine andere, wenn die Menschen mehr singen würden?

Wir haben am Sonntag in der Kirche den musikalischen Sonntag mit der Aufforderung „Singet“. Lassen Sie sich darum einladen, an diesem Sonntag ein Lied zu singen, die eigenen Berührungsängste zu überwinden und die eigene Singstimme wieder zu finden. Und wer es sich dann doch nicht ganz so laut traut, kann es notfalls auch leiser tun, wie es schon im Kolosserbrief heißt: „Singt Gott dankbar in Euren Herzen.“

Christina Moosdorf, Pfarrerin der Ev. Luth. Kirchgemeinde Oschatzer Land