Geistliches Wort

Mir doch egal

Mit dem Aschermittwoch begann die Fastenzeit und gleichzeitig wurde Valentinstag gefeiert. Mir fiel diese Ambivalenz des Tages auf und es beschäftigte mich. In der Fastenzeit wird auf eine Sache/Speise/Getränk verzichtet, um ansatzweise zu erfahren, was Jesus alles auf sich genommen hat, um die Liebe Gottes zu zeigen. Am Valentinstag wird die Liebe zwischen zwei Menschen gefeiert und gewürdigt. Egal wie man jetzt zu Blumen und Schokolade stehen mag: die Liebe zu erhalten ist Arbeit. Gesten, Berührungen, Zeichen, Worte, Wertschätzung – auf all das möchte ich nicht verzichten und all das macht das Miteinander aus. Im Kleinen und im Großen. Wie passt das zur Fastenzeit? Welchen Weg kann ich gehen, der zunächst nur etwas mit mir zu tun hat, aber dann doch Auswirkungen auf mein unmittelbares Umfeld hat? Vielleicht: Mehr Zuhören, weniger Streiten. Mehr Gesten und Worte der Liebe, weniger unterschwellige Erwartungen. Der Wochenspruch für die kommenden Woche lautet: Dazu ist erschienen, der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Joh 3, 8b). Das Böse in der Welt ist für mich keine ferne Sache, die lediglich in Romanen oder Filmen vorkommt. Das Böse in der Welt – beginnt bei mir selbst. Wenn ich alles von Anderen erwarte und nichts von mir zeige. Lügen, Täuschen und v.a. die Gewöhnung – das sind für mich Werke des Bösen. Ich will mich nicht daran gewöhnen, „dass es nun mal so ist“ und „dass wir eh nichts ändern können“. Ich will mich nicht an Krieg gewöhnen, ich freue mich nicht über Aufrüstung. Mir ist das nicht egal. Die Liebe Jesu zu den Menschen zeigte sich im Ungewöhnlichen, sie passte nicht in den „flow“ der Welt, aber sie macht mein Leben heller, fröhlicher, leichter. Ich wünsche mir für die kommende Fastenzeit mehr Liebe im Kleinen und im Großen. Ein Versuch ist es mir wert.
Pfarrerin Astrid Zlotowski (Kirchgemeinde Erlau)
Pfarrerin Zlotowski
Pfarrerin Astrid Zlotowski