Geistliches Wort

Hubertus und Heiliger Hubertus, nicht der adlige Jäger. Und auch nicht der Heilige. Sondern der Hubertus, der einen Heiliger trifft: Nämlich Josef Heiliger Hubertus trifft Josef Heiliger. Beide sind Lungenkrank und in einem Sanatorium. Anfang der 50 Jahre in der DDR spielt diese Begegnung. Beide sind in einem Zimmer untergebracht. Der evang. Vikar Hubertus und der überzeugte Kommunist und Komisar Josef Heiliger. Unterschiedlicher könnten die Personen nicht sein und grotesken Szenen werden geschildert, wenn sie z.B. beim Rasieren laut gegenüberstehen und einander ansingen: der eine „Ein feste Burg ist unser Gott“ und der andere die „Internationale“ anstimmt. So verschieden die Überzeugung auch ist. So verschieden die Standpunkte auch sind. Die Krankheit und der Wunsch nach Genesung verbindet beide und auch ihr Einsatz für ein mitmenschlicheres Miteinander. Vermutlich haben sie den Film und das Buch schon erkannt „Einer trage der anderen Last“ von der Defa 1988 produziert. Ein hochdekorierter Film aus der Endphase der DDR. Einer trage der anderen Last. Miteinander und füreinander Nicht neben und gegeneinander. So schreiben sie z.B. gemeinsam an einer Predigt Lernen dabei sich, ihre Lebensgeschichte, ihre Überzeugung immer besser kennen, der Hubertus und der Heiliger. Ein Stück Zeitgeschichte aus der DDR an einem historischen Datum heute: Nine eleven Im Film lernen beide einander kennen und damit auch wertschätzen und sind dann miteinander unterwegs. Interkulturelles Lernen wie in der laufenden Interkulturellen Woche. Und wohl leider im Gegensatz zum 11. Sep 2001 und den Folgen, die unsere Gegenwart stark prägen. „Einer trage der anderen Last“ empfinde ich den verheißungsvolleren Satz und Ansatz für das menschliche Miteinander. Schon bei Paulus im Galaterbrief, so auch im Defa Film von 1988 und hoffentlich auch heute: Hubertus und Heiliger: Einer trage des Anderen Last und manchmal auch einander zu ertragen, aber dies wäre ein Neues Thema. Christof Jochem, Evang. Pfarrer Oschatz |
