Geistliches Wort

| Rares nur für Bares ? „Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste was es gibt auf der Welt. Ein Freund bleibt immer Freund, und wenn die ganze Welt zusammenfällt. Ein Freund, ein guter Freund, das ist der größte Schatz, den’s gibt.“ So klang es am Sonntag vom Posaunenchor Borna und ich erinnere mich dabei an den Film mit Heinz Rühmann „Die drei von der Tankstelle“ aus dem das Lied stammt. Drei Männer gemeinsam unterwegs. „Wahre Freundschaft gibt es nur unter Männern“ höre ich da später jemand in einer Gesprächsrunde raunen. Warum geflüstert, denke ich. Ist es schon anstößig geworden „Freunde“ zu haben? Ist etwa „Vetternwirtschaft“ oder „Gemauschel“ im Spiel? Oder geht es neben dem Misstrauen auch um Missgunst? Schade, finde ich es, wenn ich keine Freunde mehr habe. Wenn ich nur noch „Freunde“ in virtuellen Netzwerken finde und wirkliche Begegnungen durch anonyme Orte abgelöst sind. „Ich-Linge“ entstehen dadurch. Die soziale Komponente und die soziale Kompetenz gehen dabei verloren. Schade, für mich. Schade, wie ich finde, für uns als Gesellschaft. Es tut gut Freunde zu haben. Miteinander zu reden und zu schweigen. Miteinander zu lachen und sich zu unterstützen. „Ohne Freund kommt einem nichts freundlich vor“. Diesen bemerkenswerten Satz habe ich in einem Buch, dass ich zunächst entstauben mußte, in meinem Bücherregal entdeckt. Er stammt von Augustin, einem Lehrer der Kirche im 4. Jahrhundert. Ein kluger und sensibler Mensch, mit Kopf und Herz, in Zeiten voller Konflikte und Veränderungen. Ein echtes Kleinod, eine Kostbarkeit, die es mir lohnt zu entstauben. Freunde wurden Augustin ein wichtiger Halt in der Haltlosigkeit der Zeit. „Ein Freund, ein guter Freund, das ist der größte Schatz, den’s gibt.“ Eine wunderbare Herzensmelodie, die hoffentlich nie verstummt. Christof Jochem, Evang. Pfarrer Kirchgemeinde Oschatzer-Land |
