Geistliches Wort
| Wie lieblich ist der Maien Strahlend blauer Himmel, frisches Grün, der erste Flieder blüht, die Natur versprüht ihren Frühlingsduft, den Kuckuck und die Nachtigall höre ich singen – so erlebte ich das 1. Maiwochenende. Alles grünt und blüht. Neues Leben sprießt aus allen Ritzen. Menschen begegnen sich. Dies hat den Pastor Martin Brehm aus Lauban (Oberlausitz) schon vor über 400 Jahren begeistert. Er lobt und dankt mit einem Lied den Mai: Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt, des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen Mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud. Manche von Ihnen werden die leichte und fröhliche Melodie des Liedes im Ohr haben, wenn Sie den Text lesen. Wir dürfen dankbar sein für alles neue Wachsen nach einem langem Winter und können der Natur voller Staunen begegnen. Dies ist die große Freude im Mai. Aber schon in diesem Lied bleibt es nicht leicht und fröhlich. Der Dichter des Liedes bittet um die Bewahrung vor allem, was die Früchte in ihrem Wachstum von der Blüte an hindern könnte. 2) Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein! Die Blüt zur Frucht vermehre, lass sie ersprießlich sein. Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß; drum wollst du von uns wenden Mehltau, Frost, Reif und Schloss‘. Der Dank für die Schöpfung und Bitte um den Erhalt verbinden sich in diesem Lied. Dabei ist es nicht nur der Dank und die Bitte um die Natur, sondern auch der Dank für das eigene Leben und die Bitte um die Bewahrung des Lebens, wenn wir die weiteren Strophen singen. Danken und Bitten können wir gemeinsam mit einem Lied oder einem Gebet. Aber auch unsere Sprachlosigkeit können wir in der Stille mit einer Kerze vor Gott bringen. Cordula Schilke (Schulbeauftragte im Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz) |
