Geistliches Wort

Aufgeschlagene Bibel auf dem Altar
Koh. 4,6: Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

Urlaubszeit und endlich Ruhe.
Haben Sie Ruhe? Wenn nicht, Legen Sie das mobile Endgerät mal weg. Das wird Sie garantiert beruhigen. Denn ich
beobachte eine Sonderbare Haltung: Jeder sehnt sich nach Ruhe, aber die meisten Leute starren fast nur auf den kleinen Bildschirm. In der Hand, die zur Faust um den kleinen Kasten gekrallt ist. Und ich erlebe dann gestresste Schüler, die
sich vom Wochenende in der Schule erholen müssen. Oder es wird sich gerne aufgeregt. Die Eltern über die Kinder, weil sie nur am Handy sitzen. Die Kinder über ihre Eltern, weil sie doch genauso sind.
Auf einer Baustelle traf ich letztens einen Gerüstbauer. Frust und Ärger, die Fäuste geballt gegen „die da oben“. Aber was bringt es, sich da aufzuregen? Er sagte: „Ich will mich aber Aufregen!“. Und er ballte wieder seine Fäuste. Dann geht aber auch die Zeit so schnell dahin. Dann braucht man nur noch anti-aging. Möglichst ewiges Leben, mit dem perfekt durchtrainierten Körper. So ein ruheloser Stress! Dabei können wir unser Ende nicht vermeiden. Es kommt und fragt nicht nach Likes, Klicks und Styling. Dabei ruhte auch Gott am 7. Tag. Stress und Fäuste … was bringt‘s?

Daniel Parthey, Pfarrer, ev.-luth. Kirchgemeinde Waldheim-Geringswalde