Geistliches Wort

| Zum Monatsspruch Juli: „Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5,24) Liebe Leserin, lieber Leser, jetzt in der Sommerhitze ist frisches Wasser ein Fest: Die Flasche ansetzen und trinken. Die Füße in einen Bach stellen oder ins Meer. Die Hände unter fließendes Wasser halten oder gleich den Kopf. Erfrischend! Eine Wohltat! Das Glück von frischem, kühlem Wasser ist in unserem Juli-Spruch ein Bild. Es beschreibt gerechte Verhältnisse. So sagt es vor 2700 Amos, der Prophet Gottes. Sicher hat sich seitdem sehr viel verändert und ist auch komplizierter geworden. Trotzdem bleibt seine Prophezeiung wahr. Sie lautet: Wo die einen auf Kosten der anderen leben, wird es für alle unerträglich. Wie ich andere behandle, was ich kaufe oder wie ich mich bei den aktuellen politischen Reformen positioniere – unsere Frage darf nicht sein: „Was bringt es mir?“, sondern: „Ist es gerecht(er) für alle?“ Daran hängt das Wohl oder der Niedergang unseres Miteinanders. Dafür muss der eigene Staudamm Risse bekommen, ob er nun aus Sorgen, Wut, Enttäuschung oder Bequemlichkeit gebaut ist. Aber dann verströmen wir sie wieder, die Gerechtigkeit! Andere grünen durch sie. Gott segne Sie darin! Philipp Pohle, Pfarrer der ev.-luth. Kirchgemeinde Oschatzer-Land |
