Geistliches Wort

Aufgeschlagene Bibel auf dem Altar
Und du so?
 
Eindringlich schildert die Bibel, wie es sein wird, wenn die jetzige Welt ins Wanken gerät und vergeht: Alles wird neu und wieder gut, ohne Krieg, ohne Machtkämpfe und die Angst zu kurz zukommen. Eine schöne Hoffnung und eine trotzige, ermutigende Zielrichtung! Sicher ist, dass dann aber auch mal nachgefragt wird: Was hast du denn so gemacht mit deiner Lebenszeit?
Jesus macht deutlich: „Amen, das sage ich euch: Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt – und wenn sie noch so unbedeutend sind – das habt ihr für mich getan.“ (Mt 25,40b). Es geht um die Nächstenliebe, mit der man anderen begegnet oder eben auch nicht. Nächstenliebe ist ein so großes, schweres Wort! Vielleicht können da Begriffe wie Mitmenschlichkeit oder Einfühlungsvermögen entlasten. Es sollte aber bitte sichtbare Folgen haben! Jesus benennt Bekanntes: Mangel haben und keiner will aushelfen, krank sein und keiner fragt nach, neu irgendwo hinkommen und übersehen werden, bloß gestellt werden oder gemieden werden, wenn man schuldig geworden ist. So was kann sehr verletzen und tiefe Wunden schlagen. Dem gegenüber stehen: unkomplizierte Hilfe, Besuche am Krankenbett oder im Heim (nicht nur vornehmen, sondern auch machen!), Angenommen-sein (und das nicht nur in einer neuen Schulklasse), respektvoll behandelt werden und Gerechtigkeit erleben, Vergebung erfahren. Vielleicht erinnern Sie sich hier an die eine oder andere Situation, die Sie erlebt haben, wo ein anderer Ihnen in besonderer Weise Mitmenschlichkeit entgegengebracht hat? Oder wo Sie selber für einen „Nächsten“ den entscheidenden Unterschied gemacht haben? Immer dann schimmert die neue Welt schon durch. Gott sei Dank ist unser alltägliches Leben von viel gutem Miteinander geprägt! Hilfe muss aber auch gewollt sein. Jesus selbst fragt da gleich direkt nach: Was willst du, was ich dir tue? Auch darf die Nächstenliebe nicht über die eigenen Kräfte gehen. Da ist nämlich niemandem geholfen.
 
Pfarrerin Susanne Willig – Kirchgemeinde Hartha
Pfarrerin Susanne Willig